Der perfekte Wohnungsmarkt
Da schimpft alle Welt, und wahrscheinlich nicht grundlos, über die üblen Bankberater. Man geht zur Bank und möchte möglichst risikolos ein wenig Geld anlegen. Ein netter, gut gekleideter Anlageberater redet und redet und redet. Am Ende besitzt man ein Investmentzertifikat und die Bank kassiert 1% Provision vom Herausgeber des Zertifikats. Ich musste feststellen, dass es Immobilienmakler im Grunde genau so machen, nur mit einem Unterschied: sie verlangen, zumindest in Berlin, 7,14% Provision und bezahlen soll sie der Käufer der Immobilie.
Beauftragt werden Makler aber vom Verkäufer der Immobilie und 90% ihrer Tätigkeiten wie Anzeigen schalten oder Exposés erstellen sind reine Verkäufertätigkeiten. Der Verkäufer ist natürlich daran interessiert, einen Informationsvorsprung gegenüber dem Käufer zu haben. Und deshalb lassen die Immobilienmakler, als Auftragnehmer der Verkäufer, nichts unversucht, um dem Käufer wichtige Informationen über die Immobilie vorzuenthalten.
Stellt Euch vor, ihr wollt ein Auto kaufen und beim Betreten des Autohauses verbindet der Verkäufer Euch die Augen. Dann führt er Euch kreuz und quer durch den Verkaufsraum. Ab und zu dürft Ihr einen Kotflügel mit den Fingerspitzen berühren oder mit dem Fuß gegen einen Raddeckel drehten. Am Schluß bekommt ihr ein Auto ohne Rabatt und für die nette Führung bezahlt ihr 7,14% Künstlergage. Seltsam? Und doch laufen viele Wohnungskäufe genau so ab.
Doch genug zu den Maklern an dieser Stelle. Ich werde dieser Spezies später ein eigenes Kapitel widmen. Hier nur soviel. Der vermeintlich transparente Markt für Eigentumswohnungen in Berlin ist in Wirklichkeit ein Dschungel von Fehlinformationen.
Im folgenden Artikel findet ihr eine kleine Auswahl dessen, was mir so begegnet ist: Fehlinformationen auf dem Wohnungsmarkt


